Ein Gericht in Wuhan hat zum ersten Mal die Nutzung von KI‑Token und Lizenzgebühren für Werkzeuge in die Berechnung von Urheberrechtsentschädigungen einbezogen, was eine bedeutende rechtliche Entwicklung im Bereich des geistigen Eigentums darstellt. Das Urteil wurde in einem Streit über ein KI‑generiertes Kurzdrama gefällt und erweitert Chinas wachsende Urheberrechtsschutz für KI‑geschaffene Werke nach einer Entscheidung des Berliner Gerichts von 2023, das einem KI‑generierten Bild Urheberrecht verlieh.
In dem Fall nutzte ein Unternehmen Anfang 2026 KI‑Werkzeuge, um ein einstündiges Kurzdrama zu produzieren und veröffentlichte es auf Plattformen wie WeChat. Ein anderes Unternehmen kopierte das Werk, gab ihm einen neuen Titel und schaltete am nächsten Tag Werbeanzeigen darin. Das Gericht stufte das Drama als schutzfähiges audiovisuelles Werk ein, weil menschliche Mitarbeitende in jeder Phase kreative Entscheidungen trafen – vom Drehbuchschreiben über die Prompt‑Gestaltung und Auswahl der Ausgaben bis hin zur Endbearbeitung – und die KI ausschließlich als Werkzeug betrachtete.
Neben KI‑spezifischen Produktionskosten berücksichtigte das Gericht traditionelle Faktoren wie Laufzeit, Verbreitungsreichweite und die Dauer der Rechtsverletzung, bevor es dem Kläger 20.000 RMB (etwa 2.900 US‑Dollar) zusprach. Das Gericht empfahl zudem, dass Schöpfer detaillierte Unterlagen wie Drehbücher, Prompt‑Entwürfe und Projektdateien führen, um ihr Werk zu schützen.
Dieses Urteil ist bedeutsam, weil es einen rechtlichen Präzedenzfall schafft, der KI‑Produktionskosten in die Berechnung von Schadensersatz bei Urheberrechtsverletzungen einbezieht, und damit klarere Leitlinien für Kreative im Umgang mit geistigen Eigentumsrechten bietet.